Mittwoch, 15. März 2017

Vom Krankenhausfunk zum Bürgerfunk im EN-Kreis - 40 Jahre Radio-Zeitgeschichte im Märkischen Jahrbuch


Kinder machten 1986 Programm: Regelmäßig gehörten Radioproduktionen zum Programm der Wittener Ferienspiele, die dann natürlich „live“ in die Patientenzimmer gesendet wurden. Hier helfen  (v.l.) Rudi Müller (heute bei den Stadtwerken Witten), Andrea Seils (heute Pfarrerin im Kirchenkreis Bielefeld) und Steffen Fröhlich (heute Ratsmitglied in Witten) den Mädchen und Jungen bei den Sprechproben. (Foto: Wolfgang Rehr)
Kinder machten 1986 Programm: Regelmäßig gehörten Radioproduktionen zum Programm
der Wittener Ferienspiele, die dann natürlich „live“ in die Patientenzimmer gesendet wurden.
Hier helfen  (v.l.) Rudi Müller (heute bei den Stadtwerken Witten), Andrea Seils (heute Pfarrerin
im Kirchenkreis Bielefeld) und Steffen Fröhlich (heute Ratsmitglied in Witten) den Mädchen
und Jungen bei den Sprechproben. (Foto: Wolfgang Rehr)
Ein Stück Radiogeschichte der Region ist Teil des kürzlich erschienenen Jahrbuchs des Vereins für Orts- und Heimatkunde (VOHM) geworden. Fast 40 Jahre lang wurde im Tonstudio des EvK Witten Ra-dio produziert – erst als Wunschkonzert für die Patienten, dann mit selbstgemachten Sendungen im Bürgerfunk von Radio Ennepe Ruhr.

Michael Winkler, der ehemalige Öffentlichkeitsreferent der Diakonie Ruhr, lässt die 40 Jahre ab 1976 anschaulich Revue passieren: Waren es erst Schallplatten, die aufgelegt wurden, kamen später die CD-Silberlinge und zuletzt die mp3-Dateien zum Einsatz – genauso wie die großen Revox-Bandmaschinen vom Computer abgelöst wurden. Was als Unterhaltung und Abwechslung für die Patienten begann, wechselte in den 90-Jahren zu semiprofessionellen Wortbeiträgen über Medizin und Kirche, Soziales und Heimatkundliches, Kunst und Kultur aus dem Kreis – zusammengestellt mit Musik eigener Wahl. So wurde das RuhrstadtStudio für einige Macher zu einem kleinen Talentschuppen.

Neben Winkler steuerten noch „Intendant“ Diakon Dieter Pfarre und der Herd-ecker Peter Dziadek (heute Vorsitzender der Veranstaltergemeinschaft von Radio Ennepe Ruhr) sowie Christian Lukas und Marek Schirmer von „Antenne Witten“ Beiträge bei. Auch einige bisher unveröffentlichte Fotos von Studiogästen illust-rieren die persönlichen Berichte: Sie zeigen zum Beispiel Volkssänger Heino am Krankenbett sowie den Bochumer Comedian Hennes Bender und Staatssekretär Ralf Brauksiepe (Hattingen) bei guter Laune am Studiotisch.

Das 116. Jahrbuch enthält mit seinen elf Aufsätzen Beiträge zum Stiepeler Gotteshaus im Mittelalter, zu Bochum im vorindustriellen Zeitalter, zur Hammerschmiede Ibach in Sprockhövel, zur öffentlichen Sicherheit in Bochum um 1800, zur Stiftsmühle in Herdecke um 1800 und zum Verhältnis von Katholizismus und Nationalsozialismus in Bochum. Damit wird sowohl räumlich als auch zeitlich ein großer Bereich abgehandelt. Zwei Aufsätze berichten über den Tod des Wennemar von Brempt im Jahre 1585 sowie über Fotografen aus Witten im Zeitraum 1860-1950.

Das Jahrbuch mit 290 Seiten - erschienen im renommierten Klartext-Verlag - kann für 25 € im Buchhandel erworben werden und wird an die Vereinsmitglieder, die einen jährlichen Beitrag von 20 € zahlen, kostenfrei abgegeben.

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