Freitag, 17. Februar 2012

Prominente treffen „Helden der Bibel“ in neuem Buch - BekannteAutorinnen und Autoren aus der Region sind dabei

Pfarrerin Petra Schulze ist die
Herausgeberin des besprochenen
Buches. (Foto: Sandra zur Nieden)
„Freuen Sie sich auf 13 Begegnungsabenteuer besonderer Art“, schreibt Petra Schulze am Ende ihres Vorwortes für das Buch, das sie Ende des letzten Jahres in der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig herausgegeben hat. „Mörder, Bäcker und Prophetinnen“ heißt es, das als Begleitbuch zur Sendereihe im Deutschlandfunk erschienen ist und quasi die Redemanuskripte der Beiträge von 13 Prominenten ab­druckt.

Keine Andachten im herkömmlichen Sinne, sondern „Zeugnisse, die nachdenklich, dramatisch, verstörend, witzig, aufbauen und tröstend sind“ (Klappentext). Prominente aus Politik und Theologie, Kabarett und Medizin, Musik und Literatur treffen Prominente aus der Bibel, aber auch mal Unbekannte aus dem Buch der Bücher und beschreiben diese Figuren mit ihren Gedanken.

Günter Beckstein trifft Jona, Karin Göring-Eckardt phantasiert über die Apostelin der Apostel, die Maria aus Magdala. Russen-Diskjockey Wladimir Kaminer trifft Hiob und sein Berliner Mitbürger Eckardt von Hirschhausen sinniert über den Regenbogen aus der Noahgeschichte und wünscht den Lesern: „Bleiben Sie behütet.“


Einen regionalen Bezug bekommt das Büchlein (ISBN 978-3-374-02903-7, 9,80 EUR), wenn die folgenden Autorinnen und Autoren ihre Treffen beschreiben: Da ist zunächst Dietrich Grönemeyer, der in Sprockhövel lebt, in Witten an der Uni lehrt und in Bochum neben der Uni sein Institut betreibt. In seinem Beitrag „Mensch bleiben“ sagt er „Jesus war ein Heiler“ und „aus dem Glauben erwuchs die Heilkraft“.

Weiter geht’s zu Elisabeth Raiser, die in den 80-er Jahren mit ihrer Familie in Bommern gelebt hat. Die promovierte Historikerin ist die Tochter vom Universalgelehrten Carl Friedrich von Weizsäcker und die Schwiegermutter der Wittener Schauspielerin Tanja Wedhorn. Raiser trifft auf die eher unbekannte Rizpa aus dem 2. Buch Samuel.

Margot Käsmann, die in Bommern und in Welper im vergangenen Jahr aus ihrem letzten Buch las, darf in dem kurzweiligen Band – die Beiträge sind nie länger als acht Seiten – nicht fehlen. Sie hat vor gut 20 Jahren bei Prof. Kurt Raiser promoviert und lehrte bis Februar an der Ruhr-Universität. Sie trifft Machla und ihre vier Schwestern aus dem vierten Buch Mose.

In Bochum „ToFiFe“ studiert und im Annener Gemeindehaus gelesen hat Christian Eisert, der 2001 seinen Durchbruch mit dem Satireband „Das transsexuelle Osterkaninchen“ schaffte. Der Comedy-Coach be­gegnet nun „einem Baumstachelschwein und malt Gott“. Apropos Comedy: Der Kabarettist Erwin Grosche aus Paderborn, der schon in der Wittener WerkStadt aufgetreten ist, schreibt als Sohn eines Bä­ckers über den Bäcker, dem Joseph im Gefängnis seinen Traum deutet (1. Mose 40,1-22). Wie immer bei Grosche: Zum Piepen!

Zur Erinnerung: Die Herausgeberin und Theologin Petra Schulze (Jahrgang 1965) war Vikarin in Annen, Öffentlichkeitreferentin der Kirchenkreise Hattingen-Witten und Schwelm und ist seit November 2011 die Evangelische Rundfunkbeauftragte der drei NRW-Landes­kirchen beim WDR und lebt in Düsseldorf. „Ihr“ Taschenbuch macht Spaß zu lesen (nicht nur, wenn man die Prominenten aus unserer Re­gion kennt), man entdeckt wirklich Neues aus biblischer Zeit und das Buch passt in jede Handtasche und jeden Rucksack – und nach dem (zügigen) Durchlesen - in jeden Bücherschrank. Empfehlenswert.

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