Sonntag, 10. Juli 2011

Damals Jugend- und Bildungsarbeit, heute Filme im Kopf - Interview mitMaike Siebold – Sie war früher an der Ruhr tätig

Maike Siebold
Maike Siebold
Hallo Frau Siebold! Wo erreiche ich Sie denn gerade?
Im Zug auf dem Weg nach Berlin zu einer Redaktionssitzung!

Neulich – Anfang Mai – habe ich mal wieder eine Andacht von Ihnen auf WDR 2 gehört. Ich dachte immer, das machen nur Pastorinnen und Pastoren…
In der Regel ist das auch so, aber ab und zu leistet sich die Kirche kleine „Ausreißer“ wie mich!

Wir groß ist der Aufwand für solche Morgenandachten und wo werden sie aufgenommen?
Den zeitlichen Aufwand habe ich noch nie errechnet. Es kommt auf das Thema und das Sendeformat an. Bei der sogenannten Songexe¬gese wird ein WDR 2 kompatibler Hit ausgelegt. Da bastele ich immer ein wenig länger dran rum! Die Beiträge werden anschließend im Dreier- oder Fünferpack in Düsseldorf aufgenommen und dann nach Köln zum WDR übermittelt.
Stimmt es, dass Sie auch für den Deutschlandfunk arbeiten?
In der jüngeren Vergangenheit habe ich drei Radiobeiträge produziert. Die letzte Sendung hieß „Die letzte WG“ und handelte von sechs Freunden, die sich nicht mit Familienangehörigen beerdigen lassen wollen, sondern sich zusammen mit ihren ehemaligen WG-Bewohnern eine Gruft gekauft haben.

Seit 2009 sind Sie nun beim Matthias-Film beschäftigt. Was ist das eigentlich für eine „Firma“ im Medienbereich?
Matthias-Film ist eine Tochterfirma der EKD. Wir kaufen Lizenzen von Filmen für den Bildungsbereich und entwickeln passende Unterrichtsmaterialien dazu. Filme, die wir kaufen, behandeln schwerpunktmäßig die Themen „Glauben, Ethik und Gesellschaft“.

Und welche Aufgaben bekleiden Sie dort?
Ich bin Redaktionsleiterin und u.a. für die Auswahl der Filme, die Begleitung der Autoren und die Inhalte der Begleitmaterialien zuständig.

Sie waren fast acht Jahre Studienleiterin des Martineums in Witten und haben somit an der EFH Bochum den Bachelorstudiengang „Gemeindepädagogik und Diakonie“ mit konzipiert. Haben Sie noch Kontakt zu ehemaligen Studentinnen und Studenten?
Ja, zu einigen schon. Vor allem wenn ein Stellenwechsel ansteht oder Fragen und Probleme innerhalb ihrer Jobs auftreten, wenden sie sich noch an mich.

Was ist aus der von Ihnen entwickelten theologisch-philosophischen Vorlesungsreihe für Kinder namens „Theo, Philo & Sophie“ geworden? Gibt’s die drei noch in Bochum?
Den aktuellen Stand kenne ich gar nicht. Allen Beteiligten ist zwar an einer Fortsetzung gelegen, aber die Realisierung ist aufwendig und gestaltet sich, glaube ich, schwierig.

Letzte Frage: Sie haben vor der Zeit im Martineum auch einige Jahre Jugendarbeit in Gemeinden aus Hattingen und Witten gemacht. Was verbindet Sie heute mit dem Ruhrtal, wo Sie jetzt in Recklinghau¬sen wohnen?
Der Kirchenkreis hat für mich Heimatflair. Nach Witten und Hattin¬gen hat es mich komischer Weise immer wieder gezogen. Von den 25 Jahren meiner Berufstätigkeit habe ich 16 Jahre - in drei verschiede¬nen Jobs – im Kirchenkreis verbracht. So was verbindet.

Die Fragen stellte Michael Winkler.

Maike Siebold (Jahrgang 1965) hat seit April 2009 die Redaktions-leitung bei Matthias-Film GmbH inne. Zudem ist sie Autorin von evangelischen Verkündigungssendungen für das Deutschlandradio und WDR 2. Sie war Studienleiterin des Martineums, einer evangelischen Ausbildungsstätte für Diakone und Diakoninnen, und arbeitete in Witten und in Bochum an der Evangelischen Fachhochschule. Maike Siebold lebt in Recklinghausen, ist verheiratet und hat drei Söhne und zwei Stiefkinder.

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