Freitag, 12. Juni 2009

Diakonisse Barbara Kruse: „Kinder brauchen eine Lobby.“ Versteigerungbringt 4000 Euro für den Kinderschutzbund

Bei einem Interview im RuhrstadtStudio beantwortete Barbara Kruse die Fragen von
Moderator Michael Winkler zu ihrem ehrenamtlichen Einsatz im Kinderschutzbund Witten.
(Foto: Werner Liesenhoff)

Ziemlich genau auf halber Strecke zwischen der evangelischen Johanniskirche und der katholischen Marienkirche liegt in Wittens Innenstadt etwas abseits das Gebäude des Kinderschutzbundes. Mit einer Wünschelrute und einem Kompass findet man es schließlich in der Konrad-Adenauer-Str. 17 c. Doch Spaß beiseite! Fragt man die alten Wittener nach der „Tapetenhalle“, können die den Weg dorthin genau beschreiben. Genau dort befinden sich seit acht Jahren die Räumlichkeiten des Kinderschutzbundes Witten.
Der Kinderschutzbund Witten besteht seit über 25 Jahren. Wie zum Zeitpunkt seiner Gründung geht es ihm auch heute noch vor allem darum, dass Kinder in einem guten sozialen Umfeld gewaltlos aufwachsen und sich entwickeln können. Deshalb hilft er Kindern, aber auch Eltern, Lehrern und allen, die sich um Kinder kümmern, bei der Bewältigung von Problemen im familiären, schulischen oder sozialen Umfeld.
Barbara Kruse, neben Rosemarie Lemke eine der beiden Vorsitzenden, erklärt weiter: „Der Kinderschutzbund ist keine Behörde, er arbeitet ehrenamtlich und unbürokratisch. Alles, was dort besprochen wird, bleibt vertraulich. Das hat ihm bei den Menschen, denen wir helfen, viel Vertrauen eingebracht. Wenn ganz spezielle Hilfe gefordert ist, werden auch andere Beratungsstellen hinzugezogen.“

Insgesamt 20 ehrenamtliche Frauen und ein Mann sowie zwei Honorarkräfte kümmern sich um die Angebote des Kinderschutzbundes. Dazu gehören unter anderem die Anlauf- und Beratungsstelle und der Kleider- und Kontaktladen mit Spielzeug, Kinderwagen, Büchern und Spielen sowie allem was Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene halt so brauchen.

Weiterhin die Hausaufgabenbetreuung, der Sprachkurs für ausländische Frauen und das beliebte Frühstück für ausländische und deutsche Frauen. Schließlich wendet sich der Elternkurs „Starke Eltern - starke Kinder“ an alle Eltern und Alleinerziehenden, die Fragen zur Erziehung und Umgang mit ihren kleinen oder heranwachsenden Kindern haben.

Auf einen unerwarteten, aber zugesicherten Geldsegen wartet der Kinderschutzbund noch: Bei einer Charity-Auktion des Lionsclubs „Rebecca Hanf“ im Stadtwerkehaus kamen im Mai bei der Versteigerung von Kunstwerken der Künstlerbünde Witten, Bochum und Dortmund mit 20 Prozent des Auktionserlöses insgesamt 3400 Euro zusammen. Die Stadtwerke Witten stockten den Betrag auf schließlich 4000 Euro auf.

„Wir können das Geld gut für Renovierungen verwenden“, freut sich Barbara Kruse, die auch Presbyterin in der Johannis-Kirchengemeinde ist. „Nach acht Jahren brauchen unsere Räume einen neuen Anstrich. Das Mobiliar und die pädagogischen Materialien müssen ebenfalls erneuert werden. Eigentlich sind wir immer auf Spenden angewiesen, denn von der Stadt Witten bekommen wir lediglich einen Mietzuschuss.“

Auf eine pfiffige Initiative sind die Mitglieder des Kinderschutzbundes besonders stolz: „Komm rein – wir helfen dir“ heißt sie. Seit April letzten Jahres gibt es rund 50 Geschäfte in der Ruhrstadt, die sich daran beteiligen. Durch einen blauen Aufkleber mit diesem Motto als rotem Aufdruck dokumentieren u.a. Arztpraxen, Apotheken und die Sparkassen-Nebenstellen, dass sie Kindern in Not Schutz gewähren und weiterhelfen.

Sie können in diesen Unternehmen als Partner des Kinderschutzbundes auf die Toilette gehen, ein Glas Wasser bekommen, das Telefon benutzen und ein (Trost-) Pflaster erhalten. „Nicht nur in der Innenstadt, auch in Wittens Stadtteilen haben die Geschäfte mitgemacht“, freut sich Barbara Kruse (51), die selbst Mutter von fünf Kindern ist.

Doch nicht nur Schutz ist ein Recht der Kinder, sie haben auch ein Recht auf Entwicklung und Bildung, auf Beteiligung und Mitbestimmung. Dafür arbeitet der Kinderschutzbund Witten nunmehr seit einem Viertel-Jahrhundert – so auch Barbara Kruse, die seit einiger Zeit Diakonisse der Diakoniegemeinschaft von Schwestern und Brüdern ist. Bei all diesem sozialen Engagement glaubt man, wenn sie sagt: „Kinder sind mein Hobby. Ich möchte, dass sich ihre Träume erfüllen.“ – Weitere Infos unter Telefon 02302/22525 und im Internet unter www.kinderschutzbund-witten.de

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