Montag, 3. September 2007

Lebensfreude und Selbstironie beim „Circus Krönchen“ - Menschen mit Behinderung faszinierten in der „Lukas-Manege“

Staunen und Illusionen, Musik und Humor gehören zum Programm des „Circus Krönchen“: Diese drei Akrobaten präsentieren hier „Kraniche auf dem Rückflug in ihre südliche Heimat“. (Foto: Barbara Zabka)


Staunen und Illusionen, Musik und Humor gehören zum Programm des „Circus Krönchen“: Diese drei Akrobaten präsentieren hier „Kraniche auf dem Rückflug in ihre südliche Heimat“. (Foto: Barbara Zabka)



Zirkusluft wehte am 1. Sep­tember durch das Lukas-Zentrum an der Pferde­bachstraße, als dort am Nachmittag der „Circus Krönchen“ aus Bad Oeyn­hausen ein Gastspiel gab. Rund 25 Zirkusleute mit Behinderungen kamen aus Ostwestfalen an die Ruhr, um mit Offenheit und Lebensfreude, aber auch mit Lockerheit und Selbstironie das Publikum zu unterhalten.

In der „Lukas-Manege“ wurde ein fröhlicher, bunter Ausschnitt aus der Welt des Circus’ und des Varietés auf unnachahmliche Weise dargeboten. Klassische Nummern wie Eberhardo, der größte Seiltänzer der Welt, oder Pedro Rodrigues, der beste Kunstschütze und Peitschenschläger des Wilden Westens, wechselten sich ab mit den „Blauen Jungs von der Waterkant“ und anderen eigenwilligen Interpretationen.

Kein Circus Roncalli, auch kein Circus Krone, aber dennoch etwas ganz Besonderes in dieser bunten, schillernden, zauberhaften Welt der Artisten, Clowns und Dompteure – das ist eben der „Circus Krönchen“. Oberstes Prinzip: Man kann nichts falsch machen, nur anders. Eine Attraktion für Leute, die noch „links herum“ denken können.

Die Artisten – Frauen und Männer - im Alter von 20 bis 70 Jahren leben und arbeiten in verschiedenen Bereichen der Diakonischen Stiftung Wittekinds­hof im Kreis Minden-Lübbecke. Bereits 1983 wurde diese freie Theater­gruppe mit Unterstützung des Bürgervereins Gestringen gegründet. Aus­landsauftritte u.a. in Frankreich, aber auch ein Gastauftritt im Chinesischen Nationalcircus machten die Circustruppe auch über Bad Oeynhausen hinaus bekannt.

Rund 120 Personen – darunter Bewohner der Lebenshilfe und des Feier­abendhauses - waren zu dieser außergewöhnlichen Vorstellung ins Diako­niewerk Ruhr gekommen. Sie alle „gingen“ und sangen begeistert mit, ga­ben oft Szenenapplaus und am Ende nach 70 Minuten stehende Ovationen. Viele Nummern werden ihnen lange im Gedächtnis bleiben, genauso wie einige der Artisten: etwa Peter, der Leuchtturm, Irene, das größte Kaninchen Europas oder auch Prof. Dr. Hans Baumgärtner mit seinem Akkordeon.

Weitere Infos unter www.doku-kamera.de/kroenchen.html

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